Bericht 2007

Bericht 2007

Abschlussbericht vom 12. August 2007

In letzter Sekunde: Jugend-Weltmeister Alexz Wigg gewinnt 14. Internationales ADAC-Nacht-Trial vor Martin Kroustek / Entscheidung vor 1.500 Zuschauern in Uslar-Fürstenhagen fällt in der letzten Sektion

Knapper hätte es nicht ausgehen können: Mit nur ein em Fehlerpunkt Vorsprung gewinnt der Engländer Alexz Wigg das 14. Internationale Nacht-Trial des M SC Weser-Solling vor den Tschechen Martin Kroustek und Pavel Balas. Die Entscheidung über den Sieg fiel vor 1.500 Zuschauern erst in der letzten von 24 Sektionen.

Mit gemischten Gefühlen gingen die elf Fahrer aus vier Nationen in den Wettbewerb auf dem Motorsport-Gelände oberhalb des Solling-Ortes Fürstenhagen: Nach wochenlangem Regen klarte das Wetter erst am Veranstaltungstag auf. Die Spur durch die sechs Hindernis-Sektionen, die es mit den 80 Kilogramm leichten Gelände-Motorrädern jeweils vier mal zu bewältigen galt, schwankte zwischen griffig und glatt und war extrem schwer einzuschätzen. Hinzu kam der hohe technische Anspruch der Strecke, für deren Aufbau und Betreuung rund 150 Helfer im Einsatz waren.

Typisch für die anspruchsvollen Sektionen war die neu geschaffene Sektion, die in Anlehnung an den großen Sturm des letzten Winters „Kyrill“ getauft wurde: „Schwierige Auffahrt, wenig Platz und mit viel Balance zu fahren“, brachte es der sechsfache tschechische Meister Kroustek auf den Punkt. über zwei Runden hinweg hatten zahlreiche Zuschauer die Fahrer unentwegt an der Anfahrt auf einen knapp fünf Meter hohen voll beladenen Holztransporter angefeuert. Immer wieder scheiterten die Piloten spektakulär. Erst der 29 Jahre alte Tscheche fuhr unter donnerndem Applaus über das Hindernis.

Mit 19 Fehlerpunkten lag Kroustek zur Halbzeit des Rennens vorn, dicht gefolgt von Alexz Wigg mit 22 und Titelverteidiger Pavel Balas mit 24 Zählern. Mit zwölf Fehlern in der dritten Runde verabschiedete sich der dreifache Nacht-Trial-Gewin ner Balas bald aus dem Kampf um den Sieg und holte sich schließlich den letzten Podiumsplatz. Wigg dagegen schob sich Punkt um Punkt an Kroustek heran. Es kam zum Showdown in der letzten Sektion: „Als ich den Motor ankickte, wusste ich, dass ich absolut fehlerfrei fahren muss – alles oder nichts, das war schon sehr nervenaufreibend“, sagte der amtierende Jugend-Weltmeister aus der Nähe von Oxford nach dem Rennen. Der erst 17jährige Wigg behielt die Nerven und rettete sich nach zweieinhalb Stunden mit 33 Strafpunkten und nur einem Zähler Vorsprung vor Kroustek ins Ziel.

„Das war eine super Veranstaltung, hochprofessionell organisiert, mit einer großartigen Atmosphäre und einem tollen Publikum. Das Fahren unter Flutlicht hat mir sehr gut gefallen. Alles, was außerhalb der Fahrspur lag, war im Dunkeln und ich konnte mich optimal konzentrieren“, sagte Wigg, der gerade seine Schule abgeschlossen hat und langfristig den Weltmeistertitel bei den Profis anpeilt.

Auch Kroustek war trotz der knappen Niederlage zufrieden: „Ich habe schnell einen guten Rhythmus gefunden. Meine Nacht-Trial-Erfahrung hat mir sicher bei dem einen oder anderen schwierigen Hindernis geholfen“, sagte der amtierende tschechische Meister nach dem Rennen.

Bester Deutscher wurde der 29 Jahre alte Carsten Stranghöner aus Herford auf Rang vier: „Es ist hier ein schmaler Grat, auf dem man fährt. Die ersten beiden Durchgänge liefen schlecht, die letzten beiden ganz gut. Mehr war heute nicht drin“, sagte der sechsfache Deutsche Meister nach dem Rennen.

Rundum zufrieden sind die Organisatoren des Nacht-Trial: „über einen Monat lang haben wir die Strecke präpariert und fast ebenso lange auf gutes Wetter gehofft. Wir haben den ersten trockenen Tag seit Wochen erwischt. Die Atmosphäre war die beste, die wir je hatten. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Nacht-Trial. Dank auch noch einmal an diejenigen, die uns unterstützt haben“, sagte Andreas Hoffmeister, Erster Vorsitzender des MSC Weser-Solling e. V. im ADAC Fürstenhagen. Es war vier Uhr morgens, und das MSC-Team feierte immer noch am Start-Ziel-Turm. Die Sonne ging gerade auf. Das 14. Internationale Nacht-Trial war Geschichte.

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