Bericht 2009
Abschlussbericht vom 02. August 2009
1.500 Zuschauer bei Deutschlands größtem Outdoor-Trial
Im richtigen Moment kam der Orientierungssinn zurück: Über 1.000 Kilometer war der Schwede Emil Gyllenhammar schon mit seinem Trial-Transporter unterwegs von Göteborg nach Uslar-Fürstenhagen, unterwegs zum 15. Internationalen Nacht-Trial des MSC Weser-Solling. Dann, auf den letzten Kilometern, verweigerte das skandinavische Navi den Dienst: Zielort unbekannt.
Per Landkarte kam Gyllenhammar doch noch irgendwie nach Fürstenhagen. Auf dem Motorsportgelände stimmte der Orientierungssinn dann wieder: Bei seiner Nacht-Trial-Premiere fand der 20 Jahre alte Elektriker als Bester von elf Fahrern aus fünf Nationen den richtigen Weg und gewann.
Und das mit großem Vorsprung. Nur drei Strafpunkte kassierte Gyllenhammars bei seiner Fahrt durch die vier Runden, die in jeweils sechs Hindernis-Sektionen aufgeteilt waren. Bei der Besichtigung der Schlüsselstelle des Kurses hatte Gyllenhammar die spektakuläre Auffahrt auf einen fünf Meter hohen Holztransporter noch mit einem lauten „Boahh“ kommentiert.
Aus der Fassung brachte ihn das Mammut-Hindernis bei seiner Premiere in Fürstenhagen nicht: „Ich bin alleine gestartet und habe mich nicht an den Fahrern orientiert, die schon Erfahrung mit dem Kurs haben. Fahren unter Flutlicht kenne ich, das machen wir im Winter in Schweden auch. Die Sektionen in Fürstenhagen sind technisch anspruchsvoll, aber das liegt mir“, so das klare Fazit des Siegers, der sonst in den vorderen Regionen der Junioren-WM fährt.
Hinter dem Schweden kam es vor 1.500 Zuschauern zu einem deutschen Duell. Der amtierende Deutsche Meister Jochen Schäfer aus Schatthausen setzte sich erst in der letzten Runde vom neunfachen Deutschen Champion Carsten Stranghöner aus Bielefeld ab und war nach der Zieldurchfahrt sichtlich begeistert: „Toller Zweikampf. Auch der Schwierigkeitsgrad der Sektionen hat genau gepasst. Es war spektakulär, aber nicht gefährlich. Die Atmosphäre hier war wieder großartig.“
Toll fand es auch der erst 18jährige Schüler Romaine Tessariol aus dem südfranzösischen Toulouse. Mit seinen Eltern war er über Nacht 1.400 Kilometer weit gereist, um in Fürstenhagen an den Start zu gehen. Am Ende wurde er nach großem Einsatz Neunter. „Die lange Reise habe ich jetzt vollkommen vergessen. Fürstenhagen ist einfach prima. Die Zuschauer haben mich wie einen Einheimischen angefeuert. Klasse, dass ich hier dabei sein konnte“, sagte er nach dem Rennen.
Auch bei den Organisatoren gab es strahlende Gesichter: „Die Mühe hat sich gelohnt, aus vier Wochen Aufbauzeit sind wieder vier tolle Nacht-Trial-Stunden geworden. Jetzt feiern wir, bis die Sonne wieder aufgeht“, sagte Dietrich Siemon, sportlicher Leiter der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung.
Andreas Hoffmeister, Erster Vorsitzender des MSC Weser-Solling, hat schon konkrete Zukunftspläne für 2011: „Unser Verein feiert in zwei Jahren sein 50jähriges Jubiläum. Das Nacht-Trial wird sicher ein Highlight werden. Wir planen aber noch eine weitere Veranstaltung ganz anderer Art, diesmal nicht über Stock und Stein. Zurzeit gucken wir uns dafür nach geeigneten Flächen um. Mehr wird noch nicht verraten“, so Hoffmeister mit einem etwas geheimnisvollen Blick in die Zukunft.
Ergebnis 15. Internationales Nacht-Trial des MSC Weser-Solling e. V. im ADAC Uslar-Fürstenhagen vom 01.08.2009: 1. Emil Gyllenhammar (Swe), 3 Strafpunkte; 2. Jochen Schäfer (Schatthausen), 14; 3. Carsten Stranghöner (Bielefeld), 18; 4. Pavel Balas (Tch), 18; 5. Jan Junklewitz (Enger), 28; 6. Mirco Kammel (Brake), 29; 7. Christian Kregeloh (Schwelm), 31; 8. Timon Oster (Großheubach), 41; 9. Romain Tessariol (F), 52,; 10. Ewoud Lalkens (NL), 80; 11. Marijan Griebel (Hahnweiler).